Ulrich Kloth

Mein Name ist Ulrich Kloth

Ulrich Kloth

Ich bin in Malente-Gremsmühlen geboren und aufgewachsen. Die Landschaften meiner Kindheit und Jugend waren das abwechslungsreiche, weite Land der Holsteinischen Schweiz und die Ostsee. Nach dem Studium der Architektur in Lübeck und Berlin arbeitete ich als Architekt in Deutschland und den Niederlanden, wo ich seit 1976 lebe und seit 1982 als Freier Architekt tätig bin.

 

 

In meiner Entwurfsarbeit als Architekt setze ich mich mit Formgebung und künstlerischer Gestaltung auseinander, immer jedoch in einem funktionalen Sinn. Die Ideenskizze, später die exakte Zeichnung sind das Medium der Arbeit.

Meine künstlerischen Ambitionen standen zunächst im engen Zusammenhang mit meinem Beruf: ich beschäftigte mich mit der zeichnerischen Darstellung von Landschaften und Stadträumen, in entspannter Atmosphäre in Südfrankreich entstanden vor Ort angefertigte Architekturskizzen und Aquarelle von Gebäuden, Dorfansichten und Brückenkonstruktionen.

Seit 2005 beschäftige ich mich intensiv mit der Malerei. Besondere Impulse verdanke ich mehreren künstlerischen Workshops in Lille (B) mit Jaak Hillen und May Oostvogel als Dozenten. Als Schüler und Mitglied der Künstlergruppe im Freien Atelier des Zentrums der Künste in Roermond (NL) entdeckte ich für mich einerseits neue Techniken, andererseits, was viel entscheidender war, freiere Interpretationsmöglichkeiten in der Malerei. Bis heute arbeite ich im Atelier im Zentrum der Künste in Roermond (NL) und vertiefe meine technischen Fertigkeiten, vor allem aber ist für mich die Diskussion innerhalb der Künstlergruppe und mit den Dozenten von großer Bedeutung.

Maltechniken, Materialwahl und Komposition variieren. Sie hängen ab von der Bildidee, von meiner eigenen Emotion, von der  Stimmung, die ich erzeugen möchte und sie sind Ausdruck meiner Freude am Experiment. Die Malerei empfinde ich als Befreiung vom beruflichen Zwang zur Exaktheit, sie ist für mich ein kompromissloser Ausdruck dessen, was mich bewegt.

Bewegt haben mich als Deutscher der ersten Nachkriegsgeneration die Erlebnisse der Eltern während der Nazizeit und im Krieg. Hierüber habe ich meinen Vater, der im Zweiten Weltkrieg in Nord-Norwegen als Marineartillerist stationiert war, immer wieder befragt, besonders intensive Gespräche führte ich mit ihm am Ende seines Lebens. Seine genauen Erinnerungen an Standorte und Ereignisse, alte Fotografien, historische Dokumente oder Aussagen von Zeitzeugen haben mich bewogen, über seine Erzählungen hinaus Recherchereisen zu unternehmen, Situationen am Originalschauplatz zu erfassen und so aus einer Sammlung von exakten Daten, Erzählungen und meinen Empfindungen eine Vorstellung von dem zu bekommen, was ich mit meinen Bildern ausdrücken will.

Die Bilder und Skulpturen des Zyklus „Die Last der Kinder“ sind Bilder gegen den Krieg. Sie sind nicht nur Anklage gegen den Krieg, sie sollen das individuelle Erleben von Alltag im Krieg einfangen, vor allem die Sinnlosigkeit des Tuns, des Wartens, die Angst, den Hass, die Wut und die Einsamkeit, manchmal auch die Hoffnung, die kurze Entspannung, immer aber das Grauen spürbar werden lassen. Es sind Bilder gegen das Vergessen, die ihren Abschluß in der Skulptur „Das zweite Leben“ gefunden haben, einem Symbol für die Sehnsucht nach Frieden.

Dank gebührt Heike für ihre Lektorarbeit.