Laudatio

Vossenack, den 14.07.2013

“Die Last der Kinder“,

Als ich mich  zum ersten Mal mit dem Künstler Ulrich Kloth unterhielt sagte er mir:
„Ich kann in der Malerei meine Gefühle am besten zum Ausdruck bringen“. Kloth hat es gewagt die Erlebnisse seines Vaters in Bildern umzusetzen. Ein Wagnis, den es gehört sicherlich zu den schwierigsten Vorhaben der bildenden Kunst das Grauen, das Entsetzen darzustellen.

Ulrich Kloth verarbeitet die Kriegserlebnisse seines Vaters. Er hat seinen Vater gefragt, und sein Vater hat erzählt. Das könnte man fast einen Glücksfall nennen. Viele Väter habe nichts erzählt, vielleicht weil sie nicht dazu in der Lage waren oder weil es niemand in ihrem Umfeld hören wollte. Diese mehr oder weniger traumatisierten Männer haben Kinder erzogen und ihre unverarbeiteten Kriegserlebnisse beeinflussten ihr Erziehungsverhalten.
Eine Last, die sie ihren Kindern aufgebürdet haben.

Ulrich Kloth hat ein Mittel gegen diese Last gefunden, seine Bilder.

Diese Bilder sind authentisch und von beeindruckender Präsenz. Denn der Künstler recherchierte gewissenhaft, und bereiste die Kriegsschauplätze in Nordnorwegen. Von seinem Vater erhielt er alte Fotos, die er collagenartig in seine Bilder integrierte und so erhalten die abgebildeten Personen Gesichter es sind keine namenlosen Bewohner und Soldaten mehr, sondern Individuen mit ihrem ganz persönlichen Schicksal.

Typisch für Kloths Arbeiten sind, das Experimentieren und Zusammenfügen unterschiedlicher Materialien, und häufig mehrfache Übermalungen. Stilmittel, die der Künstler gekonnt zur Ausdruckssteigerung einsetzt. Auffällig auch die teilweise extreme Aufteilung des Bildraumes, mit starken Akzenten im Vordergrund.

Seine Bildsprache ist realistisch, wobei es jedoch immer wieder zu Form- und Perspektivauflösungen kommt. In jüngster Zeit beschäftigt sich der Künstler mit der Drucktechnik. Er hat heute noch ganz neue Arbeiten mitgebracht. Arbeiten in denen er Erde aus KZs eingearbeitet hat.

Jedes Bild hier hat seine eigene Geschichte, wenn es sie genauer interessiert, suchen Sie das Gespräch mit dem Künstler, ergibt gerne detailliert Auskunft. Insgesamt keine leichte Ausstellung, aber eine sehr beeindruckende. Bilder ,die gemalt werden mussten und die uns alle etwas angehen.

Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.

Johanna Malich
52159 Roetgen
Deutschland